Reziprozität, Reputation, Vertrauen
Wie eine Community-Datentreuhand Forschende zur kooperativen Datennutzung aktiviert
DOI:
https://doi.org/10.17192/bfdm.2026.2.9000Schlagwörter:
Datentreuhand, Online-Kommunikation, Kooperative Datennutzung, Social MediaZusammenfassung
Die Erforschung politischer Online-Kommunikation basiert häufig auf akteursbezogenen Datenerhebungen, für die kuratierte Accountlisten zentral sind. Diese Listen enthalten zugleich besonders sensible personenbezogene Daten, deren Weitergabe
durch rechtliche Herausforderungen und ein ausgeprägtes Kollektivgutproblem erschwert wird. Vor diesem Hintergrund führen wir das Konzept einer Community-Datentreuhand (CDT) ein, in der Forschende Accountdaten in einer gemeinsam gepflegten Datenbank bündeln, deren Nutzung auf einer geklärten Rechtsgrundlage beruht und in der Forschende Daten sowohl nutzen als auch pflegen. Der Beitrag fragt, wie eine solche Infrastruktur gestaltet sein muss, um Wissenschaftler*innen zur gemeinschaftlichen Pflege eines Datenbestands zu aktivieren. Empirische Grundlage sind Co-Creation-Workshops mit Forschenden aus der Online-Kommunikations- und Rechtsextremismusforschung. Aus den Diskussionen werden drei Aktivierungsdimensionen rekonstruiert: Reziprozität (Zugang nur gegen Beitrag), Reputation (Sichtbarkeit kuratorischer Arbeit und Governance-Rollen) und Vertrauen (in die Legalität und Sicherheit der Infrastruktur). Der Beitrag versteht Aktivierung damit als Frage der Gestaltung von Dateninfrastrukturen und leitet daraus Gestaltungsprinzipien für kollaborative FDM-Angebote ab, die auf kontinuierliche Community-Beteiligung angewiesen sind.
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